"Die flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe gerät zunehmend in Gefahr. Mahnungen an die Politik zeigten bisher keine Wirkung. Die Leidtragenden sind die Frauen und ihre Kinder, die vielleicht in Zukunft auf Hebammenhilfe verzichten müssen. Dies muss verhindert werden!
Deshalb startet der Deutsche Hebammenverband am Internationalen Hebammentag, den 5. Mai 2010, eine E-Petition. Bis Mitte Mai werden 50 000 Unterschriften benötigt, damit sich der Deutsche Bundestag mit der drohenden Versorgungslücke befassen muss."
Weitere Informationen und der Link zur Petition unter Deutscher Hebammenverband.
Zum Hintergrund:
Hebammentätigkeiten werden bislang gerade einmal "bedarfsdeckend“ bezahlt, ganz gleich, ob Hebammen angestellt, freiberuflich oder in Mischformen arbeiten. Obwohl bereits diese Vergütungen nicht ansatzweise der Verantwortung entsprechen, die Hebammen tragen, werden die Kosten für die notwendige Berufshaftpflichtversicherung nun weiter exorbitant in die Höhe getrieben.
Der Grund dafür liegt nach eigenen Aussagen der Versicherer nicht in einem Anstieg an Schadensfällen, sondern wird durch massiv angestiegene Pflegekosten Geschädigter begründet. Diese hohen Schadensaufwendungen sollen nun den Hebammen aufgebürdet werden.
Ein Beispiel:
Zum 1. Juli 2010 steigt die Berufshaftpflichtversicherung für eine freiberuflich tätige Hebamme, die schwangere Frauen in der Klinik bei der Geburt betreut (Beleghebamme) von 2500,-€ auf 3800,- €. Der Brutto-Verdienst dieser Hebamme liegt bei 237,-€ pro Geburt.
Dieses hat unter anderem zur Folge, dass das Belegsystem, das eine Betreuung im Schlüssel 1:1 gewährleistet, nur noch aufrecht erhalten werden kann, indem eine Hebamme wesentlich mehr Frauen zur Geburt annimmt. Ansonsten wird es für Hebammen nicht mehr möglich sein, überhaupt nur kostendeckend zu arbeiten. Die Folge: Überarbeitete, übermüdete Hebammen, die nur noch wenig Zeit für die zu betreuenden Familien haben und mehr "Fließbandarbeit" leisten müssen, anstatt sich mit Zeit, Sorgfalt und Empathie den jungen Familien widmen zu können.
Zusätzlich werden immer mehr kleine geburtshilfliche Einrichtungen geschlossen, die familiennahe Betreuung, in der die Frauen Hilfe aus einer Hand bekommen, lohnt sich nicht mehr. Perinatale Zentren oder große Kliniken, an denen eine individuelle Geburtshilfe nur selten möglich ist, werden durch die Politik zum Goldstandard erhoben.
Unsere Gesellschaft braucht jedoch qualitativ hochwertige Hebammenarbeit! Wenn es in dieser Angelegenheit keine zeitnahe Korrektur gibt, wird die flächendeckende Versorgung spätestens zum 1.7.2010 zusammenbrechen.
Bitte unterstützen Sie unseren Berufsstand und unsere Arbeit! Unter hhttp://www.hebammenverband.de/index.php?id=1340 gibt es den Link zur E-Petition. Jeder kann mit seiner Email-Adresse und seinem Namen nur einmal zeichnen, und zwar nur zwischen dem 5. und 19. Mai 2010.
Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Petition auch an möglichst viele Freunde, Bekannten und Verwandte zur Zeichnung weiterleiten könnten.
Im Namen meiner Berufskolleginnen bedanke ich mich schon jetzt dafür und hoffe, das es uns gemeinsam gelingt, die freiberufliche Hebamme und ihre Arbeit vor dem drohenden Aussterben zu bewahren.
Herzliche Grüße
Birgit Laue
Hebamme












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